Konzept, Gestaltung: Dorit Goedecke

4. Wernigeröder Krippenweg 2020 –
Krippen auf dem Weg durch die Altstadt entdecken

Auf dem Wernigeröder Krippenweg findet man in den Fenstern vieler Geschäfte und Häuser der Altstadt unterschiedlich gestaltete Krippen. Hier kann man die Botschaft des Weihnachtsfestes – die Geburt von Jesus, dem Sohn Gottes – betrachten, Unruhe und Hektik hinter sich lassen und den Weg durch die festlich geschmückte Altstadt genießen.
Von Liebe zum Detail beeindruckt –
Pilgerpfad durch Hasserode erweist sich als gelungene Ergänzung für Wernigeröder Krippenweg
Der Wernigeröder Krippenweg zur Adventszeit ist eine Erfolgsgeschichte. Neu ist in diesem Jahr die Ergänzung von Krippen, die im Freien auf dem Pilgerweg durch Hasserode zu sehen sind.
Von Regina Urbat, Volksstimme 12. Dezember 2018
Wernigerode l Kerstin Schenk ist von der Liebe zum Detail begeistert. Die Pfarrerin der Christusgemeinde brauchte nicht viel Überzeugungsarbeit, als es um die Erweiterung des Krippenweges auf einem Pilgerpfad durch Hasserode ging. „Wir haben sofort zugesagt“, erinnert sich Stefan Jokel von der Neuapostolischen Kirche. Alle seien stolz auf die Weihnachtskrippe im Vorgarten der Kirche in der Lüttgenfeldstraße. Zahlreiche Passanten würden stehen bleiben und sie bestaunen.

Außenkrippe an der Neuapostolischen Kirche in der Lüttgenfeldstraße – gestaltet von Jeniffer und Dominik Pfort

Als Mitarbeit im Ökumenischen Arbeitskreis und Beteiligung am Krippenweg beschlossen waren, brauchte es für die Umsetzung tatkräftiger Unterstützung und handwerklichen Geschicks. Ohne Zögern fanden sich Jenifer Welke und Dominik Pfort bereit, planten und tüftelten, um schließlich ihre Wohnung in eine Werkstatt zu verwandeln und eine Weihnachtskrippe mit zahlreichen Figuren und angedeutetem Stallgebäude entstehen zu lassen. „Das Ergebnis ist sehenswert und verdient Anerkennung“, sagt Dorit Goedecke.
Sie hatte die Idee für die Außenkrippen und gehörte bereits im Vorjahr zu den Initiatoren, die in Kooperation mit der Wernigerode Tourismus GmbH das Projekt „Wernigeröder Krippenweg“ aus der Taufe hoben. So sind in diesem Jahr 80 Krippen in Schaufenstern der Stadt und sieben auf dem Hasseröder Pilgerweg zu sehen. Erzählt werde nicht nur die Geschichte der Geburt Jesu in Bethlehem – „viele der ausgestellten Krippen haben ihre ganz eigene Geschichte wie die vor der St. Georgii-Kapelle“, sagt Dorit Goedecke.

Gemälde: Darin und Kawa aus Syrien, Idee: D. Goedecke, Konstruktion: A. Sauer, Foto: F. Schenk, R. Urbat

Bei ihrer Sucher nach Mitwirkenden sei sie auf die geräumige Wiese vor der Kapelle in der Ilsenburger Straße und den alten Baumbestand gestoßen. „Da hatte ich direkt überlebensgroße Figuren vor Augen, die man gut von der Straße aus sehen kann“, berichtet die Wernigeröderin. Kreative Gestalter standen ihr sofort zur Seite. Andreas Sauer, Mitglied der Evangelisch-Kirchlichen Gemeinschaft, besorgte Holz und baute den Stall. „Als Gestalter der großen Figuren zur Krippengeschichte kamen für mich die beiden syrischen Künstler infrage, deren Bilder zurzeit im dortigen Gemeindehaus zu sehen sind“, sagt Dorit Goedecke, die selbst Designerin ist. „Die Bilder der kleinen Ausstellung erzählen von Situationen während der Flucht, von Menschen, die keine Herberge haben – ähnlich wie es damals Maria und Joseph in Bethlehem erging.“ Mehrere Gespräche mit den Syrern Darin und Kawa und der Austausch von Bildmaterial folgte.
Während Kawa vom Beruf Maler und ein leidenschaftlicher Hobbykünstler ist, hat Darin Kunst studiert und möchte als Künstlerin sowie Zeichenlehrerin arbeiten. Mit ihren Werken seien beide zufrieden. „Es hat uns Freude bereitet“, sagt Kawa. „Abends, wenn die Krippe beleuchtet ist, kommen die beeindruckend schön gemalten Ölbilder richtig zur Geltung“, sagt Kerstin Schenk.
Am Hasseröder Pilgerweg beteiligen sich auch der „Gute Hirte“, die Christuskirche , St. Marienkirche und das Caroline-König-Stift. Wer den Weg geht, findet unterwegs Kinderzeichnungen zur Krippengeschichte. „Auch das ist beeindruckend und zeigt, der Weg ist ausbaufähig“, so die Pfarrerin.

Back to Top